Kompressor 1938

Mein Kompressor von der Firma „Älteste deutsche Autokraft Luftpumpenfabrik Heinrich Leo Gera“ war das nächste Projekt, welches fast unmittelbar auf die Bohrmaschine folgte.
Ebenfalls über Ebay erstanden, zu einem wirklichen Spottpreis wanderte er erst einmal in einen abgelegenen Raum meines Brötchengebers, weil dort zum einen der Platz vorhanden war, zum anderen auch ein paar Spezialwerkzeuge, die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht selbst besaß.

Mit diesem guten Stück (Behälter original Bj. 1938, 250L, Pumpe gebaut in den 60ern von einem VEB soundso) hatte ich weit weniger Arbeit:
Ich öffnete die Inspektionsluke am Tank und schaute mal rein, entfernte das gröbste an Rost und verschloss sie wieder, in der festen Überzeugung, dieser doppelwandige Behälter würde auch die nächsten 70 Jahre bei etwas Fürsorge schadlos überstehen.
Ihn nach dem Verschliessen der Luke wieder dicht zu bekommen stellte mich jedoch dann vor eine kleine Herausforderung und ich bereute schon meine Neugierde.
Nach dem ersten Probelauf haben wir den Druckschalter wegen Funktionsproblemen erneuert, sowie einige Entlüftungs- und Druckleitungen.
Ich habe auch ein paar neue Armaturen am Tank angebracht, die elektrische Installation ersetzt, den Motor neu gelagert und eine CEEKON-Steckvorrichtung montiert.
Das passt natürlich nicht zur genialen Optik der Anlage, aber die Funktion und Sicherheit war mir hier wichtiger.
Anschliessend habe ich den Zylinderkopf abgenommen und die Ventile überholt, diese sind ganz einfach und primitiv aufgebaut. Die Dichtflächen waren eingelaufen, also habe ich die Plättchen gedreht. Beim nächsten Mal müsste ich mir dann neue drehen.
Nach dem Transport in meinen Keller und einem Ölwechsel läuft das gute Stück nun mehrmals die Woche klaglos und angenehm leise in meinem kleinen Hobbywerkstattbetrieb: